Valladolid: Ein Topf fürs Leben und Nutella mit Käse
- Going Somewhere
- 22. Apr. 2023
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Juni 2023
Valladolid, Yucatán, México
22. April 2023
Verfasser: Ana
Na, wie geht's so? Es ist mal wieder ein bisschen Zeit vergangen, seit dem letzten Blog-Beitrag, aber ich kann euch eins sagen, das waren mitunter die geilsten Wochen, die wir bisher auf der Reise hatten (und leider auch die teuersten, aber wer was sehen will, muss auch einen gewissen Betrag dafür bezahlen). Wir sind jetzt mittlerweile durch Guatemala gereist und vorgestern nach einer 24 sündigen Reise von Flores (Guatemala) in La Ceiba (Honduras) angekommen. Hier haben wir jetzt mal 2 Tage mehr oder weniger gewollt Pause gemacht und morgen geht's für uns weiter nach Utila zu unserem nächsten teuren Abenteuer: dem Open-Water-Diver-Course. Soviel zur derzeitigen Situation, lasst mich euch ein bisschen was über Valladolid erzählen:
Valladolid ist eine, in 1543, von den Spaniern errichtete Großstadt im Herzen der Yucatan Halbinsel. Dementsprechend sieht die Stadt auch sehr europäisch aus. Große Gebäude im Kolonialstil und Pflastersteinstraßen, dazu jede Menge christliche Kirchen und einen Aufbau, den wir ab da fast in jeder zweiten Stadt sehen werden. Ein kleiner (max. 100m x 100m) Parque Principal direkt im Zentrum, und drumherum das Rathaus, eine Kirche und Verwaltungsgebäude. Die Straßen sind alle im Quadrat geplant und zu 90% Einbahnstraßen mit abwechselnder Fahrtrichtung, auf denen sich Laden an Laden drückt. Von Wabi Gelato (dem besten Eis in Valladolid), Touri-Läden mit immer denselben Souvenirideen, über diverse Elektronikfachgeschäfte, in denen man sogar Motorräder erwerben konnte, etliche Läden für Farbe und einem veganen Burgerladen, der uns einen der bisher besten Burger serviert hat.
Aber vor allem hatte die Stadt auch etwas, was wir auf Isla Holbox sehr vermissten: Internet! Weswegen wir die ersten 2 Tage in unserer Unterkunft nutzen und die nächsten 21 Tage bis Mexiko City komplett durchzuplanen. Währenddessen haben wir uns natürlich auch ein bisschen die Stadt angeguckt, sind über den Markt geschlendert, haben Marquesitas gegessen (eine süße mexikanische Crêpe-Waffel mit Nutella und eigentlich Käse, welchen wir allerdings weggelassen hatten) und uns am Abend des zweiten Tages im Parque Principal eine kleine Show angeguckt, die die Tänze und Spiele der Maya veranschaulichen sollte. Da wir immer noch sehr wissbegierig waren, was das Thema Maya angeht, haben wir uns anschließend noch zum Convento de San Bernardino aufgemacht. Einer alten Festung, an der jeden Abend eine Lichtshow zur Geschichte der Maya an die Außenwände gestrahlt wurde.


Für den nächsten Tag hatten wir uns ein kleines Gefährt ausgeliehen, um damit die Straßen unsicher zu machen. Mit dem kleinen Roller fuhren wir erstmal in die hiesige Markthalle, um uns mit Gemüse einzudecken und uns das alltägliche Treiben auf so einem Markt mal anzusehen. Natürlich gabs hier nicht nur Gemüse und Obst, sondern neben der Fleischtheke auch noch einen kleinen Wartebereich, in dem man sich die neueste Corona-Impfung abholen konnte. Alles an einem Fleck.
Da die 35 Grad und Sonnenschein auf der Yucatan Halbinsel nicht nachlassen wollten, entschieden wir uns noch in eine nahegelegene Cenote zu fahren, um uns unterirdisch etwas abzukühlen. Leider wird hier wirklich versucht, mit allem Geld zu machen, weswegen wir nach unserer Ankunft ohne Möglichkeiten des Einwands, einen Papageien auf den Kopf gesetzt bekommen haben und Fotos von uns gemacht wurden. Diese hätten wir natürlich für Summe X ersteigern können.
Die erste Cenote war wirklich wieder wunderschön. Die meisten Leute, die wir beim Herabsteigen der Treppen gesehen hatten, verließen das Wasser, als wir ankamen, sodass wir die Cenote wieder fast für uns hatten. Cenote Nummer 2 wiederum wurde von einem „Bademeister“ bewacht, weswegen wir nicht wie in der Ersten, auf unsere Schwimmwesten verzichten konnten, sondern nur wie eine Boje im Wasser umhertrieben. Naja, wenigstens gabs wieder ein paar Welse zu sehen.
Zurück im Airbnb mussten wir leider feststellen, dass wir durch die unausgestattete Küche keine Möglichkeiten hatten, unsere Essensideen in die Tat umzusetzen, weswegen wir uns nochmal auf unseren Roller setzten und zum Chedraui fuhren.
Neben Lebensmitteln kauften wir uns gleich noch eine Trinkflasche und ich erwarb einen mittelgroßen Topf für 5€. Was sich jetzt wie eine Schnapsidee anhört, stellte sich im Nachhinein als sinnvollste Kaufentscheidung heraus, die wir bis dahin hatten. Denn der Topf kommt bis heute noch mehrmals die Woche zum Einsatz und erweiterte unsere Rezeptpalette enorm.


Am nächsten Morgen mussten wir früh aufstehen, da sich Eva mit Magda zum Podcast aufnehmen verabredet hatte und ich den Roller zurückbringen musste. Gesagt, getan. Nachdem die beiden ihr Gespräch beendet hatten, machten wir uns nochmal auf zu unserer letzten Aktivität in Valladolid: einer Bienentour.
Das Gelände war echt schön gestaltet. Was früher eine Cenote war, wurde nun, nachdem die Decke eingestürzt war, zur kleinen Oase, in der es summte und krabbelte. Nachdem uns die verschiedenen Bienen vorgestellt wurden, bekamen wir auch noch den produzierten Honig zum Kosten. Ein Bienenvolk kann hier im Jahr nur bis zu 3l Honig herstellen, weswegen die Preise sehr schnell nach oben schlagen können, vor allem die aus Honig hergestellten Arzneimittel, denn die Maya benutzten den Honig nicht nur als Lebensmittel, sondern erkannten auch die Heilkraft stärkerer Sorten und verwendeten sie für diverse Erkrankungen, bis hin zu Augentropfen.

Als wir wieder ins Airbnb zurückkehrten, mussten wir auch schon wieder unsere Sachen zusammen packen, um uns für die Weiterfahrt nach Merida vorzubereiten. Am Abend wurde noch ein bisschen gekniffelt und sich von der kleinen Katze verabschiedet, die die Tage immer mal abends bei uns zu Besuch war. Zum frühen Morgen hatten wir auch nochmal die Gelegenheit, mit Khoa zu telefonieren, bevor wir uns zum Bus aufmachen, um unsere Reise fortzusetzen.
…to be continued
Schön, euch zu sehen und von euch zu lesen. Wieder eine sehr beeindruckende Etappe. Danke, dass wir dabei sein dürfen. Ich bin schon auf die nächsten Berichte und Bilder gespannt.
Genießt es in vollen Zügen.