top of page

Lago de Atitlán: Schulbank drücken im Paradies

San Pedro, Lake Atitlan, Guatemala

Verfasser: Ana

Datum: 25.10.2023

Wenn man vom Paradies spricht, kommt man in Guatemala nicht daran vorbei, an dieses wunderschöne Fleckchen Erde zu denken. Ein See, der durch einen Supervulkan vor 84.000 Jahren und dem Einsturz der Magmakammer entstanden ist. Heute ist er von mehreren hohen Bergen, darunter 3 Vulkanen, die zum Teil noch aktiv sind, umgeben. Durch seine besondere Topografie und sein mildes Klima bietet er rund um den See beste Voraussetzungen für Regen- und Nebelwälder, die hunderte verschiedene Tier- und Pflanzenarten beherbergen. Schon die Maya haben hier sehr früh angefangen zu siedeln, da sie die Einzigartigkeit dieses Ortes erkannten und hier so mehrere Städte und Dörfer um den See errichteten. Bis heute spürt man noch die Präsenz dieser alten Hochkultur.


Der Lake Atitlan fühlte sich für uns an, wie das letzte Überbleibsel der eigentlichen Mayakultur. Natürlich alles eingeholt vom Fortschritt der Zeit. Und wie die Maya, zog er auch uns in seinen Bann, sodass wir hier ganze 2 Wochen verbrachten, um in das Alltagsleben einzutauchen.


Die meiste Zeit unseres Aufenthalts verpachten wir in San Pedro de Atitlan. Eine der zwei größeren Städte am See, neben Panajachel. Da sich hier die meisten Touristen aufhielten, fiel es uns nicht schwer, günstige Unterkünfte zu finden und uns schnell mit dem Nötigsten auszustatten. Neben zahlreichen wirklich guten Restaurants gab es hier auch einen großen Markt, der jeden Tag bis 13:00 voll von Händlern, köstlichstem Obst, Gemüse und Fleisch war.

Außerdem kann man hier durch kleine Ladenstraßen bummeln und ein kleines Museum besuchen, in dem die Entstehungsgeschichte des Sees mit vielen kleinen Modellen sehr gut erklärt wird.

Die meisten Unterkünfte verleihen sogar Kajaks, mit denen man über den See schippern kann, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten. Dabei ist unser Boot zwar verdächtig voll mit Wasser gelaufen, wir haben es aber rechtzeitig zur Unterkunft geschafft, bevor wir abgesoffen sind.

Da wir uns in San Pedro ein bisschen Zeit nehmen wollten, haben wir auch eine Woche lang eine Spanisch-Schule besucht und bei einer Einheimischen Familie zu Hause gewohnt, was uns wirklich sehr geholfen hat, unser Spanisch ein bisschen für die noch anstehende Reise vorzubereiten. Wir hatten jeweils eins zu eins Unterricht mit zwei sehr guten Lehrern, die uns auf Englisch versucht haben auf unterschiedliche Wege Spanisch beizubringen. Zu den täglichen 4 Stunden Einzelunterricht gehörten auch nachmittägliche Ausflüge, bei denen wir eine Bienenfarm besuchten und lernten, wie man Pupusas (kleine Tortilla Wan Tans) zubereitet. Natürlich durften auch die täglichen Hausaufgaben nicht fehlen!

Von San Pedro aus, konnten wir einfach mit einem Lancha (einem kleinen Wassertaxi) von Stadt zu Stadt fahren und den ganzen See erkunden. Das dauerte zwar manchmal bis zu einer Stunde, eh man am anderen Hafen ankam, war aber dafür vergleichsweise billig und die einzige Möglichkeit von A nach B zu kommen.

So zog es uns zum Beispiel nach Panajachel ins Reserva Natural Atitlan, ein großes Naturreservat, in welchem verschiedene Affenarten sowie Nasenbären beheimatet waren. Hier konnte man über mehrere Brücken durch den Regenwald an Höhenmeter gewinnen und eine wunderschöne Aussicht über den See genießen. Ansonsten ist Panajachel ähnlich wie San Pedro und dient als An- und Abfahrtsort des Lake Atitlan. Neben einer langen Einkaufsstraße, wo viele Händler dir dieselben Armbänder und Souvenirs anbieten wollen, bietet Panajachel auch eine schöne kleine Promenade.

Als komplettes Gegenteil dazu gilt die kleine Stadt San Marcos. Diese ist als die Hippie-Stadt bekannt und hat jede Art der seelischen Reinigung zu bieten. Neben etlichen Yoga-Resorts findet man hier viele Massage-Häuser und esoterische Heilpraktiker. Das kleine Dorf versprüht einen sehr geborgenen Charme und es gibt hier ebenfalls ein kleines Naturreservat, in dem man sehr gut im klaren blauen Wasser des Sees schwimmen kann. Des Weiteren haben wir von hier eine kleine Wanderung zur benachbarten Stadt Santa Cruz gemacht, da hier schon früher die Maya wanderten und wir es ihnen gleich tun wollten.


Aber nicht nur die Städte des Sees sind sehenswert, auch die Berge ringsum haben uns sehr beeindruckt. Auch wenn man dafür sehr früh aufstehen musste, war der Hike zur Indians Nose ein echtes Erlebnis. Im Dunkeln und mit Taschenlampen bewaffnet, ging es in einer geführten Tour auf den Gipfel, von wo aus wir den Sonnenaufgang über dem See mit einem Kaffee und einer heißen Schokolade beobachten konnten. Leider war es an diesem Tag ein bisschen bewölkt, trotzdem noch ein atemberaubend schöner Anblick.

Etwas anders war der Aufstieg auf den San Pedro Vulkan. Diesen hatten wir uns ausgesucht, um für unseren Aufstieg auf den Acatenango zu üben, da dieser dieselbe Schwierigkeit bieten sollte. Ich glaube, wir waren an diesem Punkt noch nie so fertig wie auf der ganzen Reise zuvor. Dennoch wurden wir mit einem wunderschönen Nebelwald, grandioser Fauna und einem nebelverhangen Gipfel belohnt. Rückzu hatten wir sogar das Glück und konnten uns eine Frucht der Monstera Pflanze ergattern, da wir diese schon aus Madeira kannten und wussten wie wir sie reifen lassen mussten. Das Highlight für mich war hier aber eine kleine Schaukel aus einem Seil und einem Autoreifen, mit der man sich über den Meter tiefen Abgrund schwingen konnte.

Der Atitlan See hat uns wirklich sehr gut gefallen und uns die Chance gegeben, ein bisschen tiefer in die guatemaltekische Gesellschaft einzutauchen. Leider mussten wir nach gut zwei Wochen wieder unsere Rucksäcke packen, aber was vor uns lag, war die wohl meist erwartete und rückblickend beeindruckendste Erfahrung, die wir auf der ganzen Reise gemacht haben (bis jetzt).


to be continued…




 
 
 

Kommentare


bottom of page