top of page

Tulum: Cenoten, Ruinen & Rooftop-Bars

Aktualisiert: 18. Juni 2023

Tulum, Yucatan, México

Verfasser: Ana,

Datum: 20 Februar 23



Wir sitzen gerade im Bus auf dem Weg von Oaxaca de Juarez nach México City. Nur eine kleine 7 Stunden Fahrt, aber wenigstens hat man hier Zeit ein paar Gedanken festzuhalten.

Drei Wochen ist es her, seitdem wir in Tulum angekommen sind und es fühlt sich an wie 2 Monate. Es gibt so viel zu sehen, so viel zu erleben und so viel festzuhalten. Manchmal hat man das Gefühl, dass der Verstand gar nicht in der Lage ist, all das Erlebte zu verarbeiten. Dennoch versuche ich meine grauen Zellen mal wieder zum Arbeiten zu zwingen und euch von Tulum zu erzählen. Schnappt euch also ne Tasse Kaffee oder Tee und lehnt euch zurück, es könnte ein bisschen dauern:


Unsere Reise von Cancún nach Tulum wurde vom Regen begleitet, dennoch haben wir es geschafft genau zur richtigen Zeit im Bus zu sitzen, ohne uns dem feuchten Nass aussetzen zu müssen. Als wir ankamen, begrüßte uns auch wieder die Sonne mit wohligen 30 Grad.

Gleich als wir aus dem Bus stiegen, merkten wir, wie anders México aussehen kann. Weg von sandigen, wüsten Straßen, hin zu bewachsenen Vorhöfen und einem gefühlt satterem Grün.

Unsere Unterkunft lag nur 10 Minuten Fußweg von der Busstation entfernt, also machten wir uns auf den Weg und checkten ein. Das Hostel (Malakai) war sehr schön gestaltet. Wir hatten ein kleines Doppelzimmer im Erdgeschoss, 3 Meter vom Pool entfernt. Unsere Zimmertür war quasi ein Terrasseneingang. 2x2 Meter bodentiefe Fenster mit Blick auf den Pool, der, wie wir im Laufe der Tage festgestellt hatten, eher einem Dekoelement glich, als seiner eigentlichen Funktion gerecht zu werden. Aber ich meine, wenn man so viele wunderschöne Bademöglichkeiten hat, wieso in einem gechlorten Pool springen?

Wir ließen uns auf unser Bett fallen und machten einen Plan für den restlichen Tag. Oberste Prio hatte Wäsche waschen und essen besorgen. Also machten wir uns auf den Weg, mit 3,5kg Wäsche im Gepäck, die sich komischerweise schon wieder angesammelt hatte.

Auf den Straßen von Tulum spürt man das karibische Flair. Viele Touristen in Badesachen und Flip-Flops, Händler, die dich auf die verrücktesten und doch immer gleichen Touren mitnehmen wollen und geflochtene Armbänder und Muschel-Halsketten wohin das Auge reicht. Und trotzdem fühlten wir uns gleich wohler als in Cancún.

Dennoch schien das Thema Wäsche waschen, trotz des üppigen Angebots an Lavanderias (Wäschereien), schwieriger zu sein, als gedacht. Die ersten drei, zu denen wir gingen, wiesen uns ab (aus Gründen, die wir bis heute nicht durchblickt haben). Leicht genervt schleppten wir uns also zur vierten und hatten uns im Kopf schon drauf eingestellt, im Hostel-Waschbecken zu waschen. Entgegen unserer Erwartung wurden wir freundlich empfangen und konnten unsere Wäsche sogar am selben Abend wieder abholen. Umgerechnet 8€, aber das war uns in dem Moment auch gleich. Hauptsache frische Wäsche.

Um uns die Zeit zu vertreiben, gingen wir zurück zu einem kleinen veganen Restaurant (Amaranto Restaurante), welches wir bei unserer Wäschetour ausfindig gemacht hatten und wow war das Essen lecker (und viel).

Gut gestärkt machten wir uns also noch auf den Weg, die verblieben 2h zu überbrücken, bis wir unsere Klamotten wieder einsammeln konnten. Also schlenderten wir die Hauptstraße entlang und ließen die "Musik" der aneinandergereihten Roof-Top-Bars auf uns wirken. Obwohl das Wort Musik hier doch etwas fehl am Platz ist. Na ja, verfolgt von EDM-Geräuschen mit immer demselben Beat, verließen wir die Hauptstraße und wollten einen großen Supermarkt aufsuchen, denn die Auswahl der kleinen Läden ließ sich auf einem A6 Zettel niederschreiben. Und man… Wir wurden auf jeden Fall nicht enttäuscht. Jeder Kaufland kann im Vergleich zum Angebot eines Chedraui's einpacken.

Von eigenen Abteilungen für Arzneimittel, für die wir in Deutschland ein ärztliches Attest bräuchten, hin zu Baumarktartikeln, Klamotten in der Menge eines H&M, Kochutensilien, technische Geräte und Gartenausstattung. Neben all dem natürlich auch noch die ganz normalen Essens- und Verbrauchsgegenstände.

Über eine Stunde hingen wir im Chedraui fest und deckten uns für die nächsten Tage ein, dann machten wir uns auf den Weg unsere Klamotten abzuholen.

Ey, ihr glaubt nicht, wie man sich über frische Wäsche freuen kann. Eva grinste wie ein Honigkuchenpferd als sie den 3,5kg Beutel im Arm zurück in die Unterkunft trug.



Den nächsten Tag hatten wir uns gut vollgestopft. Als allererstes stand "Roller abholen" auf dem Plan. Also haben wir uns nach dem Frühstück zum Rollerverleih aufgemacht, den wir gestern Abend schon ausgekundschaftet hatten. Der Vermieter machte einen sehr netten Eindruck und konnte sehr gut Englisch (eine willkommene Abwechselung). Nachdem er uns noch ein paar Gepflogenheiten für den allgemeinen Umgang in México mit auf den Weg gegeben hatte, wollte er alles fertig machen und fragte nach meinem Reisepass, der als Deposit hinterlegt werden sollte. Schlau wie ich bin, hatte ich diesen natürlich nicht mit dabei. Aber kein Problem: unser Vermieter gab mir für die kurze Strecke den Roller und Eva blieb als Deposit vor Ort. Als wir endlich alles geklärt hatten, hingen schon ein paar dunkle Wolken am Himmel, aber uns wurde gesagt, dass es sich wahrscheinlich nur um ein paar kurze Regenschauer handelt, es aber sonst trocken bleiben soll. Also ab auf den Roller und los geht's Richtung Coba, einer alten Maya Stadt, 40min von Tulum entfernt.

Weit sind wir allerdings nicht gekommen, da sich 5 Minuten nachdem wir die Stadt verlassen hatten, der Himmel öffnete und Wassermassen freiließ, die einen kompletten See hätten füllen können. Genervt vom Regen, der sich wie Nadelstiche auf der Haut anfühlte, suchten wir Schutz bei einer Tankstelle auf der Hauptstraße. Nach einer halben Stunde ging der Himmel von einem tiefen Schwarz in ein leichtes Grau über und der Regen ließ langsam nach. Dennoch hatten wir mit dem Roller (bei dem wir uns entschlossen hatten, dass man nicht schneller als 60km/h fahren sollte) noch eine Stunde Fahrt vor uns. Wir entschlossen uns, unsere Pläne über den Haufen zu werfen und ein näheres Ziel für den Tag zu wählen.

So entschieden wir uns für eine Cenote in der Umgebung (ein unterirdisches Becken an

Frischwasser, welches bereits von den Maya als Süßwasserquelle genutzt wurde). Also nochmal ab auf den Roller und sich den Witterungen stellen. Nach ca. 20 Minuten Fahrt auf der Hauptstraße, welche eine Erfahrung für sich ist, da kleinere Motorräder in Mexiko auf dem Seitenstreifen fahren, um den Verkehr der Autos und Reisebusse, die immer 30km/h

mehr drauf hatten, nicht zu behindern, bogen wir auf eine kleine Dschungelstraße ab, der wir noch 10km folgen mussten.

So habe ich mir das vorgestellt! Kein Teer, keine Pflastersteine, nur Dreck und Schlaglöcher voller Wasser, umgeben von dichter, tropischer Vegetation. Es machte einen riesen Spaß sich mit 20km/h durch den Regenwald zu schlängeln, dauerte aber auch nochmal länger als gedacht. Was uns aber nichts ausmachte, da der Regen langsam schwächer wurde und einen Geruch von frischer Luft hinterließ, den man sonst nur aus dem Gondwanaland kennt.

An der Cenote (Akumal) angekommen, konnten wir uns erstmal kurz im Trockenen aufwärmen, um dann einen horrenden Eintritt von 30€ pro Person zu bezahlen (es war unsere erste Cenote und wir wussten es noch nicht besser). Anschließend wurden wir gebeten, nochmal auf den Roller zu steigen und nochmal 10 Minuten in den Dschungel zu fahren. Mir wurde ein bisschen mulmig bei dem Gefühl, noch weiter zu fahren, da sich unser Tank schon dem roten Bereich näherte und wir noch die Dschungelstraße zurückfahren mussten, um zu einer Tanke zu kommen. Aber nützt ja nichts. Am neuen Parkplatz

angekommen, haben wir Westen bekommen und wurden gebeten uns nochmal abzuduschen, bevor wir ins Wasser gehen konnten. Ich sag mal so, die Bilder sprechen hier glaube ich mehr, als Worte:

Zurück aus der Cenote schien die Sonne auch endlich wieder und wir konnten uns das erste Mal am Tag richtig aufwärmen. Der Rückweg bestand hauptsächlich aus Daumen drücken, dass das Benzin reicht, was aber nicht begründet war, da unser Roller einen super Job machte und uns zur nächsten Tankstelle fuhr. Wir machten noch ein paar Umwege, um Zugang zu einem Strand zu bekommen. Die Versuche scheiterten und wir machten uns zurück zur Unterkunft, da es mir auch langsam nicht mehr gut ging. Auf dem Weg besorgten wir noch ein paar Tabletten und "Brot" im Chedraui.


Am 28. gings dann endlich nach Coba, also Frühstück rein und ab auf den Roller, eine Stunde über eine Schnur gerade Landstraße. In Coba angekommen tat uns alles weh und nicht nur, weil Eva während der Fahrt ein wespenähnliches Insekt an die Wade bekommen hatte. Also Schmerz weglaufen und ab in die Ausgrabungsstätte. Der lange Ritt hatte sich echt gelohnt, denn die Anlage war gut von Bäumen überdacht und echt weitläufig. Zwischen den einzelnen Ruinen, die übrigens sehr beeindruckend waren, musste man eine Distanz von ca. 3km zurücklegen. Was natürlich auch mit persönlichem Fahrer in einer Rikscha geschehen konnte, aber wir wollten uns die kleine Wanderung nicht nehmen lassen. Coba hat zwischen seinen Ruinen und schöner Waldlage auch einige andere Kreaturen, als die immer gleichen Touristengruppen, zu bieten.


Nachdem wir uns von der faszinierenden Szenerie trennen konnten, sind wir noch in eine benachbarte Cenote gefahren (Multun-Ha) die 18m unter der Erde lag und echt nach unserem Geschmack war. Billiger Eintritt, keine Schwimmwesten und vor allem waren wir fast alleine.

Nachdem wir ca. eine Stunde geschwommen sind und dann nochmal eine Stunde für den Rückweg gebraucht haben, haben wir es gerade noch so zu einem kleinen Burgerladen mit veganen Patties geschafft (Roraima Burger).


Den nachfolgenden Tag wurde dann wieder in Tulum verbracht. Erstmal mit schönem Frühstück im kleinen Cafe “Hunab Ku” (die übrigens echtes dunkles Brot hatten… das erste und letzte, was wir auf der Reise bis jetzt zu Gesicht bekommen haben) und dann ab zum Playa Paraiso. Der Strand ist trotz der ganzen Touristen definitiv einen Besuch wert. Das Wasser war wieder kristallklar und es gab auch das erste Mal ordentliche Wellen!

Zurück im Malakai haben wir auch unsere ersten Bekanntschaften gemacht: Laura und Jelmer, zwei Niederländer, mit ungefähr denselben Zielen wie wir. Also beschlossen wir, uns nach unserem Festmahl (Nudeln mit Pesto) den beiden anzuschließen und noch in eine Rooftopbar zu gehen. Ich sag mal so: Das Bier war billig und damit die Musik auch aushaltbar. Der Abend war echt schön und wir machten uns gegen um 3 wieder auf den Rückweg. Leider hatten Laura und Jelmer ihre Dosenbiere mit aus dem Club auf die Straße genommen und so wurden wir zum gefundenen Fressen für die heimische Polizei… In México ist das Trinken auf öffentlichen Straßen untersagt, wie wir dann herausgefunden haben. Die Polizisten ließen sich allerdings nicht besänftigen und zückten ihre Handschellen, als wir die 2000 Peso (100€ und das schon weit runtergehandelt) nicht sofort zahlen wollten. Ja was soll man sagen.. Dumm gelaufen. Korruption ist hier leider doch ein sehr großes Thema.

Zum nächsten Tag kann ich nicht viel sagen, da ich durch die letzten Tage so krank geworden bin, dass ich den ganzen Tag geschlafen habe.

Am 31.01. war es dann auch endlich so weit, dass wir unsere Reise nach Isla Holbox fortgesetzt haben, also Sachen packen und ab zum Bus, den wir schon wieder fast verpasst hätten, da man mit 20kg auf dem Rücken doch langsamer unterwegs ist, als Google Maps vorgibt… Surprise :D



To be continued...





 
 
 

2 Kommentare


thild96
thild96
12. März 2023

Dem Kommentar kann ich mich nur anschließen. Coole Socken seid ihr. Weiter so. LG von Tante & Onkel 🤟

Gefällt mir

jacquelinemau3
11. März 2023

Wow ich bin unglaublich beeindruckt, nicht nur von euren Erlebnissen , sondern vor allem der Art und Weise, wie du alles fesselnd in Worte fassen kannst. Da schlummert ein großes Talent. 🙂 Ich will mehr lesen!😁

GLG 😍

Gefällt mir
bottom of page