Mérida: Stadt der Maya- und Kolonialgeschichte
- Going Somewhere
- 12. Mai 2023
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. Juni 2023
Mérida, Yucatán, México
Datum: 06.05.2023
Verfasser: Ana
Und auf einmal ist es Mai… Es ist schon krass, wenn man überlegt, dass wir jetzt schon ein Vierteljahr unterwegs sind. Geburtstage ziehen vorbei wie Raststätten auf der Autobahn und selbst das Leben in Deutschland scheint langsam wieder Farbe anzunehmen (also haben wir gehört). Auch Eva und mich hat es mittlerweile weiter in den Süden verschlagen. Wir sind in unserem 4. Land angekommen und befinden uns gerade in Leon, der wahrscheinlich heißesten Stadt ganz Nicaraguas. Durchschnittlich sind hier täglich 37 Grad. Wird Zeit, dass wir langsam wieder in die Nähe von etwas Schwimmbarem kommen. Das werdet ihr aber alles in den nächsten paar Monaten erfahren, wenn wir es geschafft haben, die nächsten Blogbeiträge zu schreiben.
In Mérida angekommen, hatten wir die Hauptstadt der Yucatán Halbinsel und die bis dahin größte Stadt unserer Reise erreicht. Mit fast 900.000 Einwohnern hob sich die Stadt sehr von unseren anderen Stopps ab und das spürten wir gleich, als wir aus dem Bus stiegen. Es gab mehrstöckige Gebäude und bis auf vereinzelte Parks und Plätze musste alles der zumindest bunten Betonmasse weichen. Das Stadtzentrum schmückte, wie in jeder zentralamerikanischen Stadt, wieder ein 100x100m großer Parque Principal und die Straßen wurden im Schachbrettmuster rings herum angelegt. Obwohl diese Aufteilung, je weiter man sich vom Kern entfernte, begann aufzubrechen und auch Platz für größere Alleen mit diagonalem Verlauf bot.
Unser Hostel lag nur ca. 5min vom Stadtzentrum entfernt, was echt eine willkommene Abwechslung war. So unscheinbar es von außen aussah, hatte es eine sehr geräumige Küche und einen schönen Innenhof mit freiem Himmel. Es gab sogar einen riesigen Pool, den wir mal wieder nicht benutzten, was aus der jetzigen Situation betrachtet echt auf Unverständnis trifft.

Das Rathaus (Palacio de Gobierno del Estado de Yucatan), welches am zentralen Platz angesiedelt ist, war unser erster Stopp. Es wird zur Hälfte als Kunstmuseum genutzt und stellt kostenlos die Geschichte der Maya und deren Unterdrückung durch die spanischen Konquistadoren vor fast 500 Jahren in beeindruckenden Wandgemälden aus. Das waren für Eva und mich auch mitunter die ersten Berührungspunkte mit der brutalen Geschichte der spanischen Eroberung im 16. Jahrhundert und der Anfang von sehr vielen Museumsbesuchen, um sich ein Bild der historischen Ereignisse und dieser fast verschwundenen Hochkultur zu machen.


Die Paseo de Montejo, die Champs-Élyseés von Mérida, liegt nördlich vom Stadtzentrum. Auf dieser kann man gefühlt 2h laufen und sieht nichts außer großer alter Villen und Denkmälern, was einem sehr den Atem rauben kann. Nach ca. einer Stunde kamen wir noch an unserem ersten Walmart vorbei, den ich mir super gerne von innen ansehen wollte, da ich sowas bisher nur aus dem Fernsehen kannte. Der Vorteil an dieser unendlichen Auswahl an jeglichen Produkten war, dass es auch vereinzelt vegetarische Optionen gab, was wir uns nicht entgehen ließen. Als wir wieder am Hauptplatz waren, haben wir uns noch eine Lichtshow über die Geschichte der Maya angesehen, die mehrmals die Woche an die Catedral de Mérida San Ildefonso gestrahlt wird. Leider war diese nur auf Spanisch, hatte aber, im Gegensatz zu Valladolid, sehr viel leistungsstärkere Beamer, was das ganze noch ein bisschen beeindruckender machte.
Am Nachmittag des nächsten Tages machten wir uns noch auf ins Museo del Mundo Maya, dem historischen Museum der Stadt. Als wir ankamen, hatten wir nur noch 2h bis das Museum wieder schloss, was ein grober Fehler und eindeutig zu wenig Zeit war.
Das Museum ist wirklich atemberaubend gestaltet. Von interaktiven Tafeln, an denen man alleine schon mehrere Stunden verbringen kann, über zahlreiche Modelle von ehemaligen Städten und Lebensweisen, bis hin zu etlichen Fundstücken bot dieses Museum echt alles, was das Historikerherz begehrt. Auch hier hätte man sich wieder eine Lichtshow angucken können, aber als wir nach 2h wortwörtlich aus dem Museum geschmissen wurden, plagte uns eher Hunger und unsere Köpfe waren nicht weiter aufnahmefähig.

Ansonsten blieb neben ein bisschen Orga-Kram in den 3 Tagen nur noch Zeit, das Museo de la Gastronomía Yucateca zu besichtigen, einem kleinen kostenlosen Kochmuseum innerhalb eines Restaurants. Dieses bestand aber nur aus zwei kleinen Räumen mit ein paar Informationen über heimische Pflanzenarten und Kochutensilien, war aber trotzdem sehenswert.
Und dann war unsere kurze Zeit in Mérida auch schon wieder vorbei und wir mussten uns für unsere Weiterreise in den Westen der Halbinsel vorbereiten. Nächstes Ziel: Campeche.

to be continued…
Ja, die Zeit rennt... inzwischen haben wir auch ab und zu Temperaturen über 20 Grad und der Himmel reißt auf und lässt die Sonne durch und alles grünt und blüht.
Vielen Dank für den neuen Blog Beitrag und den Einblick in eure unglaublich tolle Reise und Erfahrungen.
Ich freu mich schon auf die nächste Story 😉😘