CDMX: zwischen Neonlicht und Kaktusblüten
- Going Somewhere
- 31. Juli 2023
- 3 Min. Lesezeit
Ciudad de México, México
Zeitraum: 21.02.-06.03.2023
Verfasser: Ana
Datum: 19.07.2023
Mexiko-Stadt… Wie soll man so eine Stadt beschreiben? Groß, größer, Ciudad de México. Auf einer Fläche von 1485 Quadratkilometern tummeln sich unglaubliche 22,3 Millionen Menschen, was sie zur sechstgrößten Stadt der Welt macht. Umgerechnet ergibt das 231.563,5 Fußballfelder, 5-mal Leipzig oder das 1,6-fache von Berlin (wer damit mehr anfangen kann). Nur dass sich hier im Vergleich zu Berlin 3,5-mal mehr Einwohner den Lebensraum auf dem Quadratkilometer teilen müssen. Und das alles spürten wir in dem Moment, als Eva und ich von Oaxaca aus abends die Berge nach México City überquerten. Ein Lichtermeer, das man nicht so schnell vergisst, das keinen Halt vor irgendeinem Terrain macht und sich wie ein Tsunami über die Berge hinfortbewegt.
Als wir am Busterminal ankamen, fühlten wir uns, als wären wir in einem eigenen Stadtteil, denn der Bahnhof mit ca. 200 Anlegestellen für Busse glich eher einem Flughafen.
Alles in dieser Stadt ist größer, lauter, bunter, als man es sich vorstellen kann. Überall stehen kleine Verkaufsstände, Märkte, die sich auf den Fußgängerwegen aufbauen, unendlich viele Museen und Kunstausstellungen, mindestens einen Laden für jedes Verlangen, das der Verstand hervorbringen kann, ein ausgewogenes Nachtleben und all das erreichbar durch ein immenses U-Bahn- und Busnetz zum Spottpreis. Diese Stadt lebt und zieht einen in den Bann, ob man will oder nicht.
Wir verbrachten etwas mehr als 2 Wochen hier und wohnten die meiste Zeit, dank Evas Schwester, in einer Wohnung. Dadurch mussten wir normale Alltagssituationen meistern, wie den Klang der verschiedenen Menschen zu lernen, die durch Schreien darauf aufmerksam machten, dass sie den Müll abholen, Gas oder Wasser auffüllen oder frische Tortillas verkaufen möchten. Wenn man diese nicht in Sekunden identifizieren konnte und sich z. B. im Höchsttempo aufmachte, um den Müll auf die Straße zu bringen, musste man es am nächsten Morgen nochmal probieren.

Abseits dieser Herausforderungen lebten wir uns sehr schnell ein und die Gedanken daran, dass wir uns hier laut vieler Aussagen in einer sehr gefährlichen Stadt befanden, verschwanden innerhalb weniger Tage.
Als Erstes zog es uns vor allem in Museen und Kunstausstellungen: vom Former College of San Ildefonso, dem Templo Mayor (ein Teil der ursprünglichen Maya Stadt Tenochtitlan, auf deren Grundmauern Mexico City erbaut wurde), den wir uns von außerhalb angeguckt haben, über das Schloss Chapultepec, welches die Geschichte der Kolonialisierung bis hin zur Neuzeit abbildete, hin zum Frida Kahlo Museum, in dem man alles über die wohl berühmteste Frau Mexikos erfahren kann. Natürlich haben wir auch wieder an einer Free Walking Tour teilgenommen, in der wir durch das historische Zentrum geleitet wurden. Hier haben wir übrigens erfahren, dass es in Mexico City jeden Tag mehrere Erdbeben gibt, die aber nur sehr wenig, bis gar nicht spürbar sind.

Und dann kam mein persönliches Museums-Highlight: das anthropologische Museum… Hierfür hätte man alleine eine ganze Woche gebraucht, um alle Informationen aufsaugen zu können. Es wurde mit so viel Hingabe und Details die gesamte Historie der indigenen Bevölkerungsgruppen Zentralamerikas eingefangen und mit gefühlt Millionen Ausstellungsstücken und Aufbauten dargestellt. Für mich eines der beeindruckendsten Museen der Welt.
Naja, und fernab der ganzen Museen gab es natürlich auch noch jede Menge zu entdecken. Unter anderem, dass es in Mexico City endlich wieder gute Techno-Clubs gibt, in denen wir bis in die Morgenstunden die Seele baumeln ließen. Natürlich wurden wir sofort nach unserer kritischen Einschätzung gefragt, als die Einheimischen herausgefunden hatten, dass wir aus dem angeblichen "Mutterland" des Techno kamen.
Aber wir haben uns auch die einheimischen Gepflogenheiten nicht entgehen lassen und sind Freitagabend in eine komplett andere Welt eingetaucht: dem Lucha Libre. Tausende Mexikaner, die stimmungsgeladen ihrem Favoriten beim Wrestling zujubeln und somit die Show noch mitreißender machen. Echt atemberaubend und etwas, das man sich unbedingt live ansehen muss, wenn man die Chance dazu hat.

Im Endeffekt könnte man Seiten über unsere Zeit in Mexico City füllen, schon allein das Essen hätte 5 eigene Seiten verdient und war auf unserer Reise bisher mit Abstand das Beste. Aber um zum Abschluss zu kommen, möchte ich noch eine Sehenswürdigkeit hervorheben: Teotihuacan. Eine alte religiöse Stätte (wenn nicht sogar eine der bedeutendsten innerhalb der Welt der Maya) außerhalb Mexico Citys, in der man die Baukunst der Maya zwischen 60 Meter hohen Pyramiden bestaunen kann. Hier werden einem die Ausmaße dieser Kultur erst richtig bewusst, wenn man auf den Hauptstraßen schlendert, auf denen sich früher zu religiösen Anlässen hunderttausende Maya tummelten, um vor der Sonnen- oder Mondpyramide bei Kundgebungen oder Opferritualen dabei zu sein.

Naja, und so ging unsere Zeit in México langsam zu Ende, und vor uns lag nur noch ein kurzer Stopp, bevor es ins Nachbarland Guatemala weiterging. Aber dazu ein andermal mehr.
to be continued...
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