Isla Holbox: Traumstrände, Sternenhimmel & Freiheit
- Going Somewhere
- 31. März 2023
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Juni 2023
Isla Hoblox, Yucatan, Mexico
VerfasserInnen: Ana
Datum: 18.03.23
Jajaja, es ist schon wieder ganz schön Zeit vergangen, aber so ein Blogbeitrag schreibt sich ja auch nicht von selbst. Wir sind mittlerweile in Guatemala am wunderschönen Lago de Atitlán und versuchen uns an den vergangenen Monat zu erinnern:
Die Fahrt nach Isla Holbox war relativ entspannt. Im Bus lief Clifford der Hund auf Spanisch, welchen wir gespannt verfolgten und danach wurden ein paar Podcasts nachgehört, die sich so über die Zeit angesammelt haben. Nach etwa 3,5h Fahrt sind wir in Chiquita angekommen, der Ort von dem die Fähre zur Insel fährt. Dort schien alles wie ein Spiel zu sein. Es gab anscheinend zwei verschiedene Anbieter, die sich gegenseitig die Kunden wegschnappen wollten, weswegen auch verschiedene Ansagen über zwei Lautsprecher, das günstigste Ticket verkaufen wollten. Zusätzlich stürmte eine Front von Verkäufern auf den Bus zu und versuchte uns zu ihrem Ticketschalter zu schieben. Dadurch, dass verschiedene Ansagen aus den Lautsprechern krakeelten, haben wir die Tickets günstiger bekommen als erwartet, da wir den Preis aus der Ansage gefordert haben, den das andere Team bot und es hat funktioniert. Dann gings ab auf die Fähre und nach 20min waren wir endlich auf der Insel, auf der wir eine Woche Urlaub machen wollten.
Was soll ich sagen, wir sind mittlerweile schon eine ganze Weile auf Reisen und diese Insel ist immer noch einer der schönsten Orte überhaupt! Auf Isla Holbox gibt es keine asphaltierten Straßen und keine Autos. Alle bewegen sich auf Mopeds, in Golfcarts oder zu Fuß fort und das nur auf schönen weichen Sandwegen. Die Stände sind ein karibischer Traum, das Essen ist lecker, die Menschen sind ausgelassen, nett und tiefenentspannt, und Nachts kann man einen schönen Sternenhimmel beobachten, aber ich fange lieber von vorne an.
Auf der Insel angekommen mussten wir noch 40min zu unserem Camp laufen, an sich kein Ding, aber es hatte die Tage vorher anscheinend geregnet und auf den Straßen waren so große Pfützen, dass wir beim Versuch drum herumzukommen natürlich unsere Turnschuhe einmal komplett mit Schlamm beschmiert haben. Im Camp “Balam” angekommen wurden wir von Cecelia begrüßt, sie kann kein Englisch, darum haben wir eine Führung in sehr langsam und deutlich gesprochenem Spanisch bekommen, von dem wir überraschend viel verstanden haben. Das Camp war wunderschön. Es gab viele Zelte (wir hatten Nummer 13), eine Außenküche mit Chill-Area, eine Bar, mehrere kleinen Bambushütten für die Duschen und Toiletten, ein Ort, wo es Strom gab, um technische Geräte zu laden (der einzige auf dem ganzen Campingplatz), ein kleines Natur-Gym, viele Hängematten und eine Feuerstelle mit Bänken. Also alles in allem ein Ort an dem man es aushalten kann. Wir haben uns, nachdem wir unsere Wertsachen im Zelt verstaut hatten (alles andere musste in einem Regal neben den Toiletten aufbewahrt werden), direkt auf den Weg zum Punta Coco gemacht. Cecilia hatte uns nämlich geraten, dort einen wunderschönen Sonnenuntergang anzugucken und sie hatte nicht zu viel versprochen!
Nachdem wir die Sonne komplett untergehen sehen hatten und an sich fast die letzten waren, die sich, vom Sternenhimmel verzaubert, nicht lösen konnten, kamen ein Pärchen vorbei, was uns noch ihre letzten 2 Biere schenkte. Sogar mit Eiswürfeln, die in einer Plastiktüte vor sich hin schmolzen. Super Geil!
Als auch wir uns endlich loslösen konnten, haben wir uns noch auf die Suche nach etwas Essbarem gemacht und eine Pizzeria ausgekundschaftet, die sich in entgegengesetzter Richtung befand. Mit einer riesigen, im Steinofen gebackenen Margherita im Arm, machten wir uns auf den Rückweg und ließen den Tag ausklingen.


Wegen der für uns noch neuen Lebensmittelauswahl mussten wir unsere Frühstücks-gewohnheiten etwas umstellen und haben Rührei mit Avocado-Tomaten-Toast in unsere sonst vegane Speisekarte aufgenommen. Auch ein ständiger Begleiter unseres Frühstücks waren die Camp-eigenen 30cm großen Leguane, die jeden Morgen durch die Küche wuselten und neben unseren Füßen den Boden von Essensresten befreiten.
Auf unserer To-Do Liste für den Tag stand "Internet suchen" - welches wir im Camp nämlich nicht hatten - um unsere nächsten Stopps zu planen. Also gingen wir los ins Stadtzentrum und suchten Cafe’s mit Zugang zum WorldWideWeb. Auf dem Weg verirrten wir uns auch in ein kleines Lokal, leider ohne Internet, dafür mit leckerem Smoothie Bowls. Da mittlerweile die Zeit schon fortgeschritten war (die Sonne geht hier immer 18:00 unter), legten wir noch einen Stopp am Playa Holbox ein. Nebenbei nutzen wir noch unser Datenvolumen, um mit der Planung ein wenig voranzukommen. Blöd nur, dass sich langsam der Hunger wieder meldete. Also machten wir uns auf zum “ArteSano”, einem veganen Restaurant. Dort gabs einen geilen Burger, frittierte Tacos mit Hibiskusblüten, gebackene Banane und das Allerwichtigste: Internet! Also buchten wir uns schnell noch ein paar Busse, um irgendwie wieder von der Insel zu kommen.

Am nächsten Tag liehen wir uns Fahrräder im Camp aus und machten uns auf den Weg zum Punta Mosquito, einem wunderschönen Strand auf einer Sandbank, bei dem man bei Ebbe mehrere hundert Meter ins kristallklare Wasser laufen konnte, ohne dass es einem über die Knie schwappte. Dort angekommen, gings direkt ins Wasser und anschließend konnten wir Möwen und Pelikane beobachten. Als sich die Flut so langsam bemerkbar machte, machten wir uns auf den Rückweg, um festzustellen, dass wir doch ein paar Minuten früher hätten losgehen sollen, denn das knietiefe Wasser, durch welches wir auf die Sandbank gekommen waren, ging uns mittlerweile zur Hüfte... Na ja. Also schnell zurück zum Camp, Nudeln mit Pesto kochen und ab zum Strand, um nochmal den Sonnenuntergang zu bestaunen. Dieses mal waren mehr Leute vor Ort und unter anderem auch ein kleiner Hund, der es auf unser Essen abgesehen hatte.
Am Abend verabredeten wir uns mit unseren Freunden aus Tulum, Jel und Laura, am Hot Corner, einer Bar, an der sich jeden Abend die Einheimischen und Touristen treffen, um zu Livemusik auf der Straße zu tanzen. Auf unserem Weg hielten wir noch an einem kleinen Stand an, um unsere ersten Quesadillas zu essen, welche sich als kulinarisches Meisterwerk herausstellten. Nach dem Hot Corner ging es noch in einen “Techno-Club” (Salam), der uns von Einheimischen empfohlen wurde… Na ja, es war immerhin besser als der alltägliche Reggaeton. Nach viel Bier und einer lustigen Nacht machten wir uns um 3 wieder auf den Rückweg zum Camp.

Am nächsten Morgen wollten wir uns dem üblichen Frühstück widmen, leider hatten anscheinend Waschbären auch Geschmack daran gefunden und uns um unsere Avocados und ein paar Toastscheiben erleichtert. Also blieb uns nur das übliche Rührei. Der Tag hatte nicht viel zu bieten, da wir ein bisschen verkatert waren und eh nur im Camp chillten. Nachmittags gings nochmal kurz zum Strand und in eine kleine Bar, in der wir Nachos Natural bestellten. Überraschenderweise haben wir einen riesigen Berg an Nachos mit Bohnen, Guacamole, Jalapeños und Käse bekommen, den wir uns sogar einpacken lassen mussten.
Der nächste Morgen hatte wieder dieselbe Waschbär-Enttäuschung zu bieten, obwohl unser Essensfach mit Haken versehen war. Na ja, netterweise hatte der Camp-Eigentümer Gino noch eine Avocado zur Hand. Gestärkt machten wir uns dann auf den Weg um noch einen anderen Abschnitt der Insel zu erkunden. Wir liefen am Punta Coco vorbei, an dem die Ebbe auch eingesetzt hatte und einen Anblick bot, der der Mondoberfläche glich. Also wateten wir durchs Watt und bahnten uns unseren Pfad. Dieser Teil der Insel war relativ unberührt und so gingen wir ein wenig den Strand weiter, vorbei an toten Pfeilschwanzkrebsen und sammelten Muscheln, bis es zu regnen begann. Also zurück ins Camp, Regen abwarten und dann ab zur letzten Mission unseres Tages: dem Dogsactuary, einer Auffangstation für herrenlose und kranke Hunde, die das Angebot für Einheimische und Touris hatten, sich einen Hund zu nehmen und mit ihm Gassi zu gehen. Gesagt, getan. Also liefen wir eine gute Stunde mit unseren Hunden Chello und Rapido über den Strand, bevor es wieder zu regnen begann. Wir brachten die beiden zurück und verbrachten noch ein paar Minuten auf dem Grundstück und kuschelten mit den Hunden.

Traurigerweise war damit auch schon unser letzter Tag auf Isla Holbox angebrochen und wir machten uns am nächsten Tag daran, unsere Sachen zusammenzusammeln, verabschiedeten uns von Cecilia und liefen zurück zur Fähre, mit der wir nach Chequilla übersetzten. Dort angekommen, beobachteten wir noch einmal das Spiel der Fährenverkäufer im Wissen, dass wir das zum Glück nicht nochmal durchstehen müssen und stiegen in den ADO-Bus nach Valladolid.
to be continue…
Wow schön mal wieder von euch zu hören und an euren Erlebnissen teilhaben zu können. Ich bin beeindruckt und ehrlich gesagt, bissel neidisch. Bei uns will das Wetter immer noch nicht besser werden...
Ich drück euch beide ganz dolle!